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Mein Trainer hat mich gedrängt, aber ich bin dankbar dafür 5 months ago

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Das ist Mick und er möchte euch eine verrückte Geschichte über die Beziehung zu seinem Trainer erzählen. Er ist ein talentierter Sportler, doch seine Sportart ist nicht unbedingt die beliebteste. Er verehrt sie allerdings. Doch einmal brachte sein neuer Trainer ihn beinahe dazu, aufzuhören.

Mick mag Sport sehr. In der Stadt, in der er lebt, gibt es eine sehr gute Sportanlage mit diversen Kursen zur Auswahl. Er hatte schon immer die üblichen Mannschaftssportarten betrieben, aber er war nie ein großer Teamplayer gewesen. Irgendwann beschloss er, dass er sich etwas Neues suchen müsste, da seine Motivation immer weiter abnahm. Außerdem war er ein typischer Teenager, der viele Probleme hatte, mit dem Lernen, mit Mädchen und mit seinen Eltern.

Mick fand allerdings schnell heraus, dass die üblichen Kampfsportarten ihm nicht besonders gefielen – sie waren ihm zu gewalttätig und zu traumatisierend. Da bot ihm einer der Trainer eine exotische Lösung an: Fechten. Ihr wisst sehr wahrscheinlich, was das ist, aber er tat das damals nicht.

Überraschenderweise zeigte sich, dass Mick Talent hatte. Sein Trainer war begeistert und nach ein paar Monaten mit Training in einer Gruppe schlug er ihm vor, Stunden bei einem Privattrainer zu nehmen, den er kannte – einem hochqualifizierter Profi. Er erzählte Mick, dass Mr. J, wie alle ihn nannten, all seine Privatschüler zu spektakulären Leistungen antrieb und dass er keinen besseren finden könnte. Mick willigte natürlich ein. Wie sich herausstellte, hatte Mr. J ihn schon beim Training beobachtet und es gefiel ihm, was er gesehen hatte.

Mick schämt sich ein bisschen, euch jetzt zu sagen, wie er sich fühlte. Es war schrecklich. Mr. J entzog ihm sämtliche Energie und Begeisterung. Das erste, was er Mick sagte, war: „Du bist körperlich überhaupt nicht in der nötigen Verfassung, also werden wir uns zuerst darauf konzentrieren.“ Er fing mit 2 Stunden Ausdauer und Crossfit an und danach sagte er: „Und jetzt werden wir die Grundschritte durchgehen.“ Mick dachte, das wäre ein Scherz, aber es war sein voller Ernst.

Am schlimmsten war, dass Mr. J nie ein nettes Wort für Mick übrig hatte. Er hatte immer diesen bitteren Gesichtsausdruck, als wäre er der schlechteste Schüler, den er je hatte. Mick arbeitete hart, damit er Anerkennung bekam, wenigstens ein wenig, und jedes Mal bekam er dieses „Meh, nicht beeindruckt“-Gesicht. Die Ergebnisse seines harten Trainings waren allerdings zu sehen – er gewann jedes Mal ohne viel Mühe. Er dachte, das wäre genug, damit Mr. J ihm sagte: „Gute Arbeit!“ Aber alles, was er zu hören bekam, war, dass sein Endstand 15:6 war und er 15:0 sein sollte!

Er fühlte sich ungemein nutzlos. Er hatte dringend Lob nötig und alles, was er bekam, war ständiges Nörgeln und Erniedrigung. Mick dachte oft daran, aufzugeben, obwohl er bei weitem kein Drückeberger ist. Er stand inzwischen vor seinem ersten großen anspruchsvollen Wettkampf und die Vorbereitung darauf war so schmerzhaft und unerträglich, dass er beschloss, danach entweder seinen Trainer zu verlassen oder das Fechten. Er trainierte den ganzen Tag über Fechten und hatte nachts Albträume von Mr. J. Er kam völlig aufgelöst zum Wettkampf.

Mr. J hatte den ganzen Tag über dieses unbeeindruckte Gesicht. Er machte sich nicht mal die Mühe, mit Mick zu reden oder ihm vor seinen diversen Duellen mit anderen Fechtern Tipps zu geben. Doch Mick hatte nicht erwartet, dass seine Fortschritte so einschneidend waren. Er absolvierte an diesem Tag alle Etappen ohne große Mühe. Hatte er nicht mal ein „Gut gemacht“ verdient? In Mr. Js Augen nicht. Als er ins Finale kam, war er wahnsinnig wütend. Er musste nur noch einen Kampf gewinnen, um den Turniersieg zu erringen, und Mr. J schwieg immer noch. An diesem Punkt stieg eine solche Wut in ihm auf, dass er sich zu Beginn des Kampfes Mr. J als seinen Gegner vorstellte. Das verschaffte ihm die nötige Energie, um sich anzutreiben, und eine gewisse Frustration, aus der heraus er seinen imaginären Mr. J immer und immer wieder schlug. Als es vorbei war, war er plötzlich Meister.

Dann passierte plötzlich etwas Unerwartetes. Mr. J rannte auf ihn zu und rief: „Gute Arbeit, mein Junge! Ich wusste es, ich wusste es! Toll gemacht!” Er lächelte glücklich und umarmte ihn. Mick verstand nicht, was passiert war. Er hatte nicht mal gewusst, dass sein Trainer lächeln konnte. Aber plötzlich kam ihm die Erkenntnis, dass es alles Mr. Js Strategie war, damit er sich selbst übertraf – dass es letztlich sein Perfektionismus war, der ihn zum Sieg geführt hatte, und dass er ebensoviel Mühe investiert hatte. Er vergaß all die harten Worte, die er ihm hatte sagen wollen, und alles, was er herausbrachte, war „Danke, Mr.J.”

Musik von Epidemic Sound: https://www.epidemicsound.com

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