Meine Mama hat uns verlassen und mein Papa wurde Alkoholiker - Atcontact.de VideoTube


Meine Mama hat uns verlassen und mein Papa wurde Alkoholiker 2 months ago

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Hallo! Das ist Jenny. Es macht ein wenig traurig, das zu sagen, aber ihr Vater ist Alkoholiker. Aber denkt jetzt nicht, dass sie deshalb über häusliche Gewalt spricht. Sie liebt ihren Papa – er mag sogar von allen Menschen, die sie kennst, die liebevollste Persönlichkeit haben. Und vielleicht ist das sogar der wahre Grund dafür, dass er trinkt. Hier kommt Jennys Geschichte.
Ihr Leben war vollkommen normal bis sie 12 wurde. Jenny hatte sehr liebende Eltern. Ihr Mutter war sehr energisch und ihr Vater ein netter, ruhiger Typ. Doch eines Tages änderte sich das alles. Jennys Mutter offenbarte, dass sie einen anderen Mann kennengelernt hatte und mit ihm in eine andere Stadt umziehen wollte. Und dann wurde es noch schlimmer: “Jenny”, sagte sie, “ich habe keinerlei Absicht, vor Gericht dafür zu streiten, dass du bei mir leben kannst. Ich denke, es ist besser, wenn du bei deinem Vater bleibst – dein Leben ist hier. So ist es besser für alle.”
Falls ihr denkt, das ist schon furchtbar genug, hat Jenny euch noch mehr zu erzählen. Sie fühlte sich ungemein betrogen von ihrer Mutter und war wahnsinnig wütend. Gleichzeitig begriff sie, dass sie sich daran gewöhnen müsste, dass ihre Mutter sie nicht wollte. So blieb sie also bei ihrem Vater. Er war unglaublich traurig. Und dann fing er an, abends mit ein, zwei Drinks zu entspannen. “Entschuldige, Jenny”, sagte er, “ich fühle mich dann einfach besser. Stört es dich?”
Eine der wenigen Schwächen ihres Vaters ist mangelnde Willensstärke. Als sie schließlich bemerkte, dass er ein Problem hatte, war es zu spät. Zwei Gläser wurden vier, vier wurden acht und dann schlief er im Sessel ein und Jenny musste ihm ins Bett helfen. Zu diesem Zeitpunkt schien er nur einen Schritt entfernt von einer voll ausgereiften Depression, doch Jenny wäre es lieber gewesen, wenn er Medikamente genommen hätte statt sich bewusstlos zu trinken.
Die wahre Tragödie begann, als er beschloss, dass er Jenny mit seinem Trinken zuhause zu sehr erschreckt hatte und dass es besser wäre, zum Trinken auszugehen. Er suchte sich ein paar kleine, verdreckte Kneipen, widerliche Bars und schreckliche Höhlen, wo er mit anderen Alkoholkranken trinken und ihnen von seinem miserablen Leben erzählen konnte. Er weinte, er bat um Vergebung und versprach, damit aufzuhören. Aber er konnte es einfach nicht. Das Problem war, dass er inzwischen jeden Abend trank und eher nach Hause kroch als zu gehen. Manchmal kam er verletzt nach Hause, andere Male vergaß er ganz, zu kommen. In diesen Fällen musste Jenny sich ein Taxi nehmen und eine ganz eigene Kneipentour machen, um ihn zu suchen. Stellt euch das vor – sie musste lernen, wie sie seine Kumpels überzeugte, ihn nach Hause gehen zu lassen. Manchmal musste sie sogar einen Baseballschläger mitbringen, um sich verständlich zu machen. Jeder wusste, dass man sich mit Jenny nicht anlegt.
Natürlich versuchte sie, sich ihre Laune zu behalten, aber selbst für eine taffe Person wie sie wurde es immer schwerer. Sie fühlte sich traurig und einsam und das mit jedem Tag mehr. Eines Tages ging sie in eine Bar, um ihren Vater aufzusammeln, und ein riesiger Typ behauptete, dass er nicht bezahlt hätte. Jenny erinnert sich kaum noch, wie sie es geschafft hat, da raus zu kommen, aber sie brachte ihren Vater heim und war völlig verzweifelt. Sie hatte keine Hoffnung mehr und war überzeugt, sie müsste die nächsten Jahre damit verbringen, jede Nacht ihren betrunkenen Vater zu suchen. Es war eine Sackgasse. Am nächsten Tag wollte sie ihrem Papa sagen, dass sie ihn verlassen und zu ihrer Mutter oder irgendwo anders hingehen müsste – sie hielt es nicht mehr aus. Sie weinte und ihr Vater sah sie mit entsetztem Gesicht an – er hatte sie noch nie weinen sehen. Das war der Wendepunkt, an dem er begriff, dass es so nicht weiterging – nicht mit ihm und vor allem nicht mit seiner Tochter. Es war das erste Mal, dass Jenny sah, dass ihr Vater doch Willensstärke besaß. Noch am gleichen Tag ging er das erste Mal zu den Anonymen Alkoholikern. Am Tag darauf war Jennys 15. Geburtstag und sie beschloss, noch eine Weile bei ihrem Vater zu bleiben und abzuwarten, ob er trocken bleiben würde.
Es zeigte sich, dass das Leben auch ohne Alkohol schön sein könnte. Diesen Satz wiederholt er jeden Tag und ständig entschuldigt er sich für diese höllischen drei Jahre. Doch Jenny ist nicht beleidigt, denn sie hat aus diesem Horror eine nützliche Lektion gelernt. Sie ist jetzt Ringerin und sogar eine sehr begabte – andere sagen über sie, dass sie einen unglaublichen Kampfgeist hat. Sie weiß genau, in welchen Bars sie den gefunden hat. Ihr Vater kommt zu jedem ihrer Wettkämpfe als Unterstützung – direkt nach seinen Alkoholiker-Treffen und vollkommen nüchtern. Und sie weiß jetzt, dass es selbst in einer Situation, die schlimmer ist als man es sich je hätte ausmalen können, noch Hoffnung gibt.

Musik von Epidemic Sound: https://www.epidemicsound.com

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