Eintracht Braunschweig - Hannover 96 0:1 (0:0) 33. Spieltag Regionalliga 1997/98 - Atcontact.de VideoTube


Eintracht Braunschweig - Hannover 96 0:1 (0:0) 33. Spieltag Regionalliga 1997/98 4 years ago

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Für wen sollte der Meistertraum zerplatzen? Die heimstarken Braunschweiger (seit fast zwei Jahren ohne Niederlage im neuen Schmuckkästchen) setzten gegen die Auswärts-Seriensieger aus Hannover (letzte Pleite fern der Heimat am 26. April 1997 mit 0:1 bei den HSV-Amateuren) zunächst auf ihren Stadionsprecher. Der forderte das Publikum auf: "Wir wollen unser Stadion in einen Hexenkessel verwandeln und unsere Mannschaft anfeuern, bis es nicht mehr geht."

Von Beginn an qualmte es auf dem Rasenrechteck - erst war’s das von den hannoverschen Fans entzündete bengalische Feuer, dann war ordentlich Feuer im Spiel. Und 96, Trainer Reinhold Fanz ("Wir spielen auf Sieg") hatte auf der rechten Seite Volkan Arslan statt Sven Fischer aufgeboten und damit die offensivere Variante gewählt, machte sofort Druck. Allerdings konnten viele Akteure ihre Nervosität nicht verbergen. Es gab so manchen Fehlpaß - und sogar Ballkünstlern wie Otto Addo hüpfte in der Anfangsphase die Lederkugel vom Fuß, als säße ein Frosch drin.

Aber das Fanz-Team war aggressiv, störte die Braunschweiger früh. Gute Aussichten für den Titelgewinn. Und als nach 23 Minuten auch noch das vermeintliche 1:0 bejubelt werden konnte, schien aus hannoverscher Sicht wahrlich alles gut zu werden. Doch Hecking freute sich zu früh, der Schiedsrichter erkannte auf Abseits. Eine zumindest fragwürdige Entscheidung. Aber auch ein Treffer für Braunschweig kurz darauf zählte nicht - unfairer Einsatz gegen den überragenden 96-Torwart Jörg Sievers. Es brodelte. Und dann halfen die Gäste mit, daß die Stimmung fast überkochte.

Weil Hannover vor allem den Eintracht-Außen Marco Dehne und Andreas Winkler (beide frühere 96-Profis) viel zu viel Raum ließ, schnappte die Braunschweiger Flügelzange einige Male bedrohlich zu. Zweimal der Pfosten und Sievers verhinderten einen Pausenrückstand.

Das Tor, das 96 aufatmen ließ, fiel in der 54. Minute durch Gerald Asamoah - sein 20. Saisontreffer. Damit war der Weg frei. Der Rest war Jubel, und der wollte kein Ende nehmen. Nach mehreren Ehrenrunden kamen die 96er noch mal aus den Kabinen, feierten mit den Fans. In der Nacht ging’s feucht-fröhlich zurück nach Hannover - zum Meisteressen ins Restaurant "L’Acquario" in der Südstadt.

(Quelle: Neue Presse, 08.05.98)" />
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96: Sievers - Ernst - Eigner, Reinhardt - Arslan (76. Fischer) , Rasiejewski (80. N'Diaye), Addo, Kreuz, Hecking (66. Dietrich)- Asamoah, Degen

Tore: 0:1 Asamoah (54.) - Zuschauer: 23.728

22.11 Uhr gestern abend, Spieler in durchgeschwitzten roten Trikots lagen sich in den Armen. Das Duell der Giganten, der Megahit, der Gipfel - entschieden: 96 siegte 1:0 in Braunschweig, sicherte sich am vorletzten Spieltag die Meisterschaft in der Regionalliga Nord - und kann sich jetzt auf die Aufstiegsspiele gegen Tennis Borussia Berlin (21. und 24. Mai, zuerst auswärts) konzentrieren.

Vorher gibt’s noch das Schaulaufen im Heimspiel gegen Herzlake (16. Mai) Die Braunschweiger müssen dagegen ihre frischgedruckten "Wir fahren nach Berlin"-Shirts verkaufen. Im seit vielen Wochen ausverkauften Stadion (23800 Zuschauer) waren gelbe und blaue Luftballons verteilt worden - die Vereinsfarben der Eintracht. Das ergab ein buntes Bild auf den Rängen, als es endlich losging.

Für wen sollte der Meistertraum zerplatzen? Die heimstarken Braunschweiger (seit fast zwei Jahren ohne Niederlage im neuen Schmuckkästchen) setzten gegen die Auswärts-Seriensieger aus Hannover (letzte Pleite fern der Heimat am 26. April 1997 mit 0:1 bei den HSV-Amateuren) zunächst auf ihren Stadionsprecher. Der forderte das Publikum auf: "Wir wollen unser Stadion in einen Hexenkessel verwandeln und unsere Mannschaft anfeuern, bis es nicht mehr geht."

Von Beginn an qualmte es auf dem Rasenrechteck - erst war’s das von den hannoverschen Fans entzündete bengalische Feuer, dann war ordentlich Feuer im Spiel. Und 96, Trainer Reinhold Fanz ("Wir spielen auf Sieg") hatte auf der rechten Seite Volkan Arslan statt Sven Fischer aufgeboten und damit die offensivere Variante gewählt, machte sofort Druck. Allerdings konnten viele Akteure ihre Nervosität nicht verbergen. Es gab so manchen Fehlpaß - und sogar Ballkünstlern wie Otto Addo hüpfte in der Anfangsphase die Lederkugel vom Fuß, als säße ein Frosch drin.

Aber das Fanz-Team war aggressiv, störte die Braunschweiger früh. Gute Aussichten für den Titelgewinn. Und als nach 23 Minuten auch noch das vermeintliche 1:0 bejubelt werden konnte, schien aus hannoverscher Sicht wahrlich alles gut zu werden. Doch Hecking freute sich zu früh, der Schiedsrichter erkannte auf Abseits. Eine zumindest fragwürdige Entscheidung. Aber auch ein Treffer für Braunschweig kurz darauf zählte nicht - unfairer Einsatz gegen den überragenden 96-Torwart Jörg Sievers. Es brodelte. Und dann halfen die Gäste mit, daß die Stimmung fast überkochte.

Weil Hannover vor allem den Eintracht-Außen Marco Dehne und Andreas Winkler (beide frühere 96-Profis) viel zu viel Raum ließ, schnappte die Braunschweiger Flügelzange einige Male bedrohlich zu. Zweimal der Pfosten und Sievers verhinderten einen Pausenrückstand.

Das Tor, das 96 aufatmen ließ, fiel in der 54. Minute durch Gerald Asamoah - sein 20. Saisontreffer. Damit war der Weg frei. Der Rest war Jubel, und der wollte kein Ende nehmen. Nach mehreren Ehrenrunden kamen die 96er noch mal aus den Kabinen, feierten mit den Fans. In der Nacht ging’s feucht-fröhlich zurück nach Hannover - zum Meisteressen ins Restaurant "L’Acquario" in der Südstadt.

(Quelle: Neue Presse, 08.05.98)

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